Jan Tißler // Schreib hier im Internet rein. So Zeug, wo ich interessant find. Oder von dem ich mein, dass da jemand gern draufkucken tät. Täterät.
Kunde: Äh... Hallo!
Verkäufer: Ja, Momentchen, ich habe Sie schon gesehen. Ich muss hier nur noch kurz... So. Jetzt bin ich für Sie da. Was darf's denn sein bitteschön? Kunde: Nun, ich, äh, hätte gern eine äh Beziehungskiste. Verkäufer: Gut, das ist insofern offensichtlich, als wir uns hier in einem Fachhandel für Beziehungskisten befinden. Geht's vielleicht ein bisschen genauer? Was hätten Sie denn gern? Kunde: Ehrlich gesagt, bin ich mir da gar nicht so sicher. Verkäufer: Aha. So einer. Ja, das macht nichts. Kommt dauernd vor. Was hatten Sie denn bislang für Beziehungskisten? Kunde: Nun, ich... Verkäufer: Sie hatten doch schon eine? Kunde: Ja, sicher, sicher! Verkäufer: Na, ist ja keine Schande. Gut, in Ihrem Alter wär's ungewöhnlich. Aber dafür sind wir ja dann da. Kunde: Ja. Äh. Genau. Verkäufer: Männer? Frauen? Beides? Kunde: Ich... Was? Achso: Frauen. Durchgehend Frauen. Verkäufer: Und dabei soll's bleiben? Kunde: Ja. Auf jeden Fall. Dabei soll's bleiben. Ja. Hundertprozentig. Verkäufer: Gut, gut, das habe ich verstanden. Wie viele Beziehungskisten hatten Sie denn bereits? Größere, meine ich? Kunde: Nun. Vier. Würde ich sagen. Verkäufer: Aha. Vier würden Sie sagen. Und wie waren die so, die Beziehungskisten? Lang, kurz, tiefgehend, oberflächlich, bunt, grau, scharfkantig, rund...? Kunde: Also die ersten beiden waren die kürzesten und dann gab's da noch zwei längere. Verkäufer: Mhh-mhh. Verstehe. Erzählen Sie mal ein bisschen mehr, dann kann ich Sie besser beraten. Kunde: Also tiefgehend waren sie alle, irgendwie. Die eine lange war dabei eher harmonisch und die andere lange eher chaotisch. Verkäufer: Und was hat Ihnen besser gefallen? Kunde: Tja, das ist gar nicht so einfach zu beantworten... Verkäufer: Aha. Mmh. Tja. Sie machen's mir aber nicht leicht. Kunde: Ich weiß, ich weiß. Verkäufer: Na, seien Sie froh, dass Sie zu mir gekommen sind damit. Ich hab hier nämlich die größte Auswahl am Ort. Und die beste noch dazu, wenn Sie mich fragen. Und Sie fragen ja mich, was? Haha. Kunde: Ja. Ha. Ha. Verkäufer: Nun, wie auch immer. Jedenfalls... Sagen Sie mal: Sind Sie eigentlich sicher, dass Sie überhaupt eine Beziehungskiste wollen? Kunde: Wie meinen Sie denn das jetzt? Verkäufer: Naja, ich erlebe ja so einiges. Und die Sache ist die: Viele stürzen sich halt auf die Beziehungskisten, weil das alle so machen. Dabei gibt es da auch ganz andere Möglichkeiten. Kunde: Als da wären? Verkäufer: Naja, es muss ja nicht immer gleich eine ausgewachsene Beziehungskiste sein. Wir haben hier auch Beziehungskästen, Beziehungskästchen, Beziehungsschachteln, Beziehungsumschläge... Kunde: Mh... Verkäufer: Wir haben da auch Beziehungsringordner - die sind sehr flexibel. Eher so eine unverbindliche Sache. Kunde: Joar... Verkäufer: Aber vielleicht wollen Sie auch mehr Aufregung in Ihrem Leben? Kunde: Ich... Nun...Verkäufer: Wir haben hier beispielsweise eine reine Sexkiste. Da heißt es immer nur „Ab in die Kiste“ - verstehen Sie? Haha.
Kunde: Ja, verstehe ich. Aber ich weiß nicht recht...
Verkäufer: Kein Interesse?
Kunde: Mh. Geht so.
Verkäufer: Sie hatten doch schon Sex?
Kunde: Ich muss doch sehr bitten!
Verkäufer: Nur eine rein professionelle Frage. Es wundert mich nur, weil reine Sexkisten gerade bei alleinstehenden Männern Ihres Alters recht gut gehen.
Kunde: Was haben Sie sonst noch so?
Verkäufer: Tja... Also hier hätten wir beispielsweise eine komplizierte Beziehungskiste. Sehr ausgefallenes Modell. Viele Ecken und Kanten, Löcher, Stolperfallen, doppelte Böden...
Kunde: Mh...
Verkäufer: Ja, schauen Sie mal, wie wunderbar die gearbeitet ist. Der Bereich hier hinten beispielsweise ist komplett mit Schuldgefühlen ausgeschlagen, doppelt vernäht für besonders lange Haltbarkeit.
Kunde: Aha.
Verkäufer: Die gibt's momentan im Set mit Vorwürfen und alten Verletzungen besonders günstig. Und da haben Sie jahrelang was dran zu basteln. Das Tolle: Die wird nie fertig. Ihr restliches Leben wird abwechslungsreich und unberechenbar mit einer so einzigartig komplizierten Beziehungskiste.
Kunde: Verstehe. Und was ist das hier für eine?
Verkäufer: Das ist eine Dreierkiste. Die haben wir gerade frisch reinbekommen. Kunde: Aha, ich... Verkäufer: Die müssten Sie sich allerdings mit jemand anderem teilen. Der weiß davon wiederum nichts. Kunde: Ah, nee, ich weiß nicht... Verkäufer: Dafür ist das wirklich eine sehr, sehr interessante Beziehungskiste. Nur halt nichts für ewig, wenn Sie wissen, was ich meine? Mh? Kunde: Ja. Äh, ja, weiß ich. Aber, nee... Verkäufer: Eventuell wird daraus eine Zweierkiste, aber garantieren kann ich Ihnen das natürlich nicht. Hahaha. Kunde: Nein, natürlich nicht. Ha. Ha. Verkäufer: Hatten Sie sowas schon? Kunde: Ja, wenn Sie mich so fragen: Hatte ich schon. Ja. Verkäufer: Und das war nicht so Ihr Fall? Kunde: Überhaupt nicht. Verkäufer: Mh... Dann ist das wohl eher nicht so Ihr Ding. Kunde: Haben Sie denn vielleicht ein Prospekt? Verkäufer: Prospekt? Kunde: Na, halt mit den Beziehungskisten? Zum Anschauen? Zu Hause? Verkäufer: Ach, dann machen Sie das am Ende doch nur über das Internet. Kunde: Nein, nein. Verkäufer: Erzählen Sie mir nichts. Ich kenne mich da aus. Kunde: Mh... Verkäufer: Ich kann Ihnen da nur von abraten. Kunde: Wovon jetzt? Verkäufer: Vom Internet. Beziehungskisten übers Internet - gar keine gute Idee. Kunde: Tatsächlich? Verkäufer: Tatsächlich. Sie wissen da nie, was sie bekommen. Da passieren die dollsten Dinger, sage ich Ihnen. Kunde: Ahja. Verkäufer: Ja, ja! Da bekommen Sie Fotos gezeigt, die gar nichts mit dem zu tun haben, was sie dann in der Realität sehen. Oder weite Teile der Angaben stimmen nicht. Oder das ist am Ende gar nicht die Beziehungskiste, die Sie dachten. Kunde: Und bei Ihnen bekomme ich eine Garantie, dass das alles stimmt? Verkäufer: Nun... Eine Garantie in dem Sinne nicht. Kunde: Mh. Verkäufer: Also garantieren kann Ihnen da keiner was! Das sind halt Beziehungskisten! Kunde: Ja. Gut. Da haben Sie Recht. Verkäufer: Natürlich habe ich Recht. Ich kenne mich ja auch aus. Hahaha. Kunde: Ja. Das tun Sie sicherlich. Ha. Ha. Verkäufer: Sehen Sie. Kunde: Ja, aber ich denke, ich muss da noch mal eine Nacht drüber schlafen. Verkäufer: Wenn Sie denken, dass das eine gute Idee ist... Kunde: Wie meinen Sie das? Verkäufer: Naja, bei den Beziehungkisten ist halt viel Bewegung drin. Eine, die Ihnen heute gefällt, ist morgen vielleicht schon weg und... Kunde: Und eine, an die ich heute noch gar nicht gedacht habe, ist dann morgen plötzlich da. Verkäufer: Nun, so kann man das natürlich... Kunde: Sehen Sie. Und deshalb überlege ich mir das noch einmal. Verkäufer: Jaja. Tun Sie das. Aber beschweren Sie sich nicht bei mir. Kunde: Verstehe. Mache ich nicht. Auf Wiedersehen. Verkäufer: Mh. Ja. Tschüß. ... ... ... Gott, was für ein Vollpfosten. Aber einen knackigen Arsch hatte der. Mensch, Mensch, Mensch..."Diese E-Mail bestätigt, dass Sie eine offizielle Mitteilung über Ihren Preis zu gewinnen in der letzten wöchentlichen online zeichnen erhalten haben. Im Einklang mit den weltweiten Lotterie Sprengkörper, werden Sie als offizieller Preisträger sofort Datei für Ihre Ansprüche nach Erhalt dieser Mail genehmigt. Die Gewinner werden nach dem Zufallsprinzip systematisch durch unsere Electronic Random Selection System ausgewählt; (ERSS) kein Ticket verkauft wurde. Ihre E-Mail-ID gehörte zu den 900000 E-Mail-Adressen, die für die Kategorie "A" eingegeben wurden aufgenommen. Beachten Sie, dass Auszahlungen werden streng an die Gewinner, die Datei offiziell für ihre Angaben gemacht werden. Um die Forderung Prozess der Ihren Preis zu beginnen, werden Sie aufgefordert, füllen Sie Ihre vollen Namen, Ihre Adresse, Ihr Geburtsdatum und Ihren Geburtsort, Ihre Telefon-und Handynummern einschließlich Ihrer Profession und uns gleich, um das Programm-Koordinator unten. Frau xxx xxx
E-Mail: xxx@xxx.com Wir möchten Ihnen mitteilen, dass Ihre Gewinnchancen einen Wert von drei Millionen fünfhunderttausend Euro hat. Wer unter 18 Jahre alt und Mitglieder des zugeordneten Einrichtungen sind nicht förderfähig."
Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber irgendwas kommt mir an der Mail komisch vor. Ich kann's nicht genau benennen. Irgendwas macht mit stutzig. Mh...
"Hallo Team@Upload-magazin, mein Name ist xxx und ich arbeite für xxx, einer Viral seeding and Social media Company, basiert in Lonon [sic!]. In zwei Wochen haben wir ein neues Video für das xxx Handy und ich würde Ihnen dann gerne einen Link und Embed Codes für ein Video senden, das Sie auf Ihre Seite (Upload-magazin.de)stellen können und darüber kommentierten können. Wir haben nur ein paar gut aussehende Tech-Seiten ausgesucht, die exklusiv dieses Video bekommen werden und es wäre schön wenn ich von Ihnen hören könnte ob Interesse besteht! Meine E-mail ist xxx oder einfach zu dieser antworten! Liebe Grüße,
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Und meine Antwort: keine. Die Namen habe ich alle ausgeixt, weil ich niemanden bösartig reinreiten will. Aber es ist keine kleine Handy-Firma. Eher eine große. Sogar eher eine sehr, sehr große. Jeder kennt sie. Aber mehr sag ich nicht.
(Ein Fernsehstudio. „Internet Late Night“ beginnt. Vorspann, Musik. Der Moderator kommt raus. Applaus. Dann geht's los.)
Sie haben's doch sicher auch mitbekommen? Twitter und Microsoft arbeiten jetzt zusammen. Ja. Das sagen informierte Kreise. Und wenn die nichts wüssten, würden die ja nichts sagen. Das ist doch klar! (Ein paar müde Lacher aus dem Publikum) Nein, wirklich: Da muss was dran sein! Echt! Da gibt es keinen Zweifel. Und wissen Sie, warum? Wollen Sie's wissen? Ja? Ich sag's Ihnen. Kommen Sie mal ein bisschen näher. Ja, noch ein bisschen näher. Noch ein bisschen. Jaaa. So ist es gut. Jetzt sind wir unter uns. Also: Es gibt einen klaren Beweis, warum es stimmt. Wollen Sie's wirklich wissen? Ja? Gut. Ich sag's ihnen. Und zwar: Ich hab's im Internet gelesen. Und wir alle wissen: Hey, was im Internet steht, ist wahr. (klatscht in die Hände) Warum sollte es da sonst stehen? (Katsching! von der Band, ein paar Lacher, Klatschen) Jedenfalls: Wie man hört, will Twitter bei seiner Technik von Microsofts Erfahrung profitieren. Twitters neues Backup-Konzept kommt zum Beispiel von der Microsoft-Tochter Danger. Kennen Sie die? Die haben ausgezeichnete Referenzen. Neulich sind denen mal eben Daten von Millionen Kunden abhanden gekommen. Futsch. Weg. Und tschüß. Das finden sie nicht gut? Es waren nur Millionen von Kunden, nicht Milliarden! Hatte ich erwähnt, dass es eine Microsoft-Tochter ist? (Lacher, Klatschen) An Twitters Stelle würde ich meinen Sourcecode übrigens immer sehr gut wegschließen, sobald jemand von Microsoft zu Besuch kommt. Steve Jobs sagt das auch. (Katsching! von der Band, Lacher) Aber sagen Sie mal: Heißt das jetzt eigentlich, dass wir bald einen Twitter-Klon von Microsoft bekommen? Ich weiß jetzt schon, wie der aussehen wird: tausende Features, alles voller Designeffekte, nix funktioniert. (Lacher) Ehrlich: Ich freue mich wie verrückt auf den Twitter-Klon von Microsoft. Das wird super! Ich habe ihn praktisch vor Augen. Ich schreibe meinen Text, klicke auf senden und es geht eine Warnmeldung auf: Sind Sie sicher, dass Sie diesen Text veröffentlichen möchten? (Katsching-Bumm! von der Band, Lacher, Klatschen). Und falls das mit dem Twitter-Klon nicht funktioniert, ist das auch kein Problem. Hey, das ist Microsoft. Die nehmen den ganzen Kram einfach, geben ihm einen neuen Namen und die Leute stürzen sich wieder drauf! (Lacher, Klatschen, Musik setzt ein, Moderator geht rüber zum Tisch).Deutschlands wohl erfolgreichste Community für Einsamkeit und Nichtstun, alleinr.de, hat nun seine weltweite Expansion gestartet. Erste Station ist Schweden. Das frisch gelaunchte ensamr.nu empfängt den Benutzer mit dem bekannten Erscheinungsbild. Hauptelement ist eine große schwarze Fläche. "Diese von uns entwickelte Virtual Recreation And Do Nothing Zone (VRADNZ) ist der Kern unseres Angebots", erklärt Gründer und CEO Jan Tißler. Drei Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit hatten schließlich zu diesem Konzept geführt. "Angefangen haben wir mit einer kompletten Community. Stellen Sie sich das wie Facebook vor - nur in toll und mit viel mehr Features", erklärt der Erfinder und Mastermind Jan Tißler. "Dann haben wir uns rangesetzt und alles entfernt, was man im Prinzip nicht braucht oder was einem fürchterlich auf den Senkel geht", so der Entrepreneur und Vordenker. Nach zahlreichen und aufwändigen Tests sei schließlich alleinr.de entstanden. "Eine enorme Erfolgsgeschichte", alliteriert Tißler.